"Diskussionen werden entspannter"
Eigentlich gehört es zu den normaleren Dingen auf der Welt, wenn eine 33-jährige Frau schwanger wird. Heißt die schwangere aber Kristina Schröder und ist Familienministerin, dann herrscht gleich größeres Aufsehen, schließlich hat es so etwas noch nie in Deutschland gegeben.
In Frankreich haben schon mehrere Ministerinnen während der Amtszeit Kinder bekommen und in Spanien erregte Carme Chacón 2008 Aufsehen, als sie als Verteidigungsministerin hochschwanger nach Afghanistan reiste, um die spanischen Truppen dort zu besuchen.
Gerade hat auch die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles ein Kind bekommen. Sie möchte relativ schnell in den Job zurück. Sie äußerte im Vorfeld die Angst, "dass ich nicht glaube, dass das alle nur freundlich begleiten“.
Katherina Reiche hat selbst drei Kinder, war 1998 gerade in den Bundestag eingezogen, als sie feststellte, dass sie schwanger ist. Mit ihr spricht Anne-Katrin Mellmann über ihre Erfahrungen, wie sich Mutterschaft und Ausübung eines politischen Amtes vereinbaren lassen.
Reiche sagte, es sorge in Deutschland immer noch für Gesprächsstoff, ob Karriere und Kinder zu vereinbaren seien. Auch wenn die Diskussionen insgesamt entspannter geworden seien als vor 10 Jahren, werde die Debatte häufig immer noch aggressiv geführt. Ihrer Ansicht nach sei nicht das Amt entscheidend sondern die ganz normale Arbeitsteilung innerhalb der Familien. Jede Situation sei individuell und Politikerinnen keine Rollen-Modelle.
In Deutschland gebe es nach wie vor - von Männern wie auch von Frauen- das Bedürfnis, Rollen festzulegen, so Reiche weiter.