Von Volker Zeiger Berlin/Bielefeld (WB). Überwältigend - mit diesem Kommentar haben Schüler aus Bielefeld gestern ihre beiden Empfänge in Berlin umschrieben. Bundespräsident Christian Wulff hieß sie im Schloss Bellevue willkommen.
Wenig später erhielten sie bei einer Feier in der Nähe des Brandenburger Tores den mit 10000 Euro dotierten Deutschen Klimapreis der Allianz-Umweltstiftung.
Staatssekretärin Katherina Reiche vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit überreichte den Schülern das Geld. Laudator Dr. Lutz Spandau vom Vorstand der Allianz-Umweltstiftung lobte: »Sie haben mit ihrem Handeln gegen den Klimawandel Zeichen gesetzt«. Die Allianz-Umweltstiftung habe es sich zur Aufgabe gemacht, Projekte zu fördern, die das Bewusstsein für Natur und Umwelt schärfen und stärken. Mit dem Leitsatz »Aktiv für Mensch und Umwelt« gehe es ihr darum, für ein lebenswertes Dasein in einer sicheren Zukunft zu wirken.
Förderschwerpunkte sind Biodiversität, Umwelt- und Klimaschutz, Leben in der Stadt, nachhaltige Regionalentwicklung und Umweltkommunikation.
Am Nachmittag hatte der Bundespräsident die Bielefelder zusammen mit den vier weiteren Preisträgergruppen empfangen. Wulff gratulierte den Jugendlichen und dankte ihnen für ihr herausragendes Engagement.
Am Abend schließlich fanden sich die Bielefelder in der Repräsentanz des Versicherungsunternehmens ein. Hier erfuhren hunderte von Besuchern des Festaktes in einem fünfminütigen Film, was die Schüler der Klima- und Umweltschutz-Arbeitsgemeinschaft der Bodelschwingh-Schulen genau machen. Gedreht worden war dieser vor wenigen Wochen in der Schule. Zu sehen und zu hören waren die Akteure etwa auf dem Dach der Schule, wo sie mit einem Teil des Geldes eine Solaranlage installieren wollen, oder in der Mensa, wo ressourcenschonende Geräte benutzt werden sollen.
Das Preisgeld erhielten die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schüler wegen ihres Einsatzes unter dem Motto »Information, Emotion, Aktion« während der Klimawochen 2009 und 2010. Sie hatten hier mit unterschiedlichsten Aktivitäten an ihrer Vision einer klimaneutralen Schule gearbeitet, organisierten Expertenvorträge und drehten Dokumentarfilme. Die Schüler engagieren sich daneben mit unterschiedlichsten Aktivitäten: Auf ihre Initiative hin wurde im Schulgebäude in neue Fenster, in eine bessere Dachdämmung und in eine Photovoltaikanlage investiert. Zusätzlich kümmern sich Schüler als Energiemanager um Licht und Heizung.
Das Preisgeld von 10 000 Euro will die Gruppe in Photovoltaik-Anlagen investieren, verspricht Lehrer Jens Ohlemeyer: Der Großteil soll in die Finanzierung einer Anlage auf dem Dach eines neuen Schulgebäudes fließen. 1000 Euro spenden die Schüler an ein Entwicklungshilfe-Projekt in Afrika, bei dem fünf Familien mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet werden sollen, versprach Lehrer Jens Ohlemeyer, der die Klima-AG gegründet hatte. Seit Jahren wirbt er darüber hinaus für die stärkerer Nutzung von Öko-Strom. So will er auf die Stadtwerke Bielefeld einwirken, damit diese auf den Atomstrom verzichten.