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Gesegnete Ostern 
05.04.2012 | Osternewsletter

Rund ums Osterei

Osterbräuche in Brandenburg

Rund um das wichtigste christliche Fest Ostern werden in Brandenburgs Dörfern Mythen und Bräuche bewahrt und gepflegt. Dabei spielen Feuer, Wasser und natürlich Eier eine große Rolle.

In Zerkwitz bei Lübbenau gehört das Osterreiten zu den langjährigen Traditionen in der Osterzeit. Einer der ältesten Bräuche ist natürlich das Bemalen von Eiern, die dann in Körbe gelegt oder aufgehängt werden.

In Brandenburg sind sie nicht nur zum Essen da. Kinder fangen auch etwas anderes mit ihnen an: Waleiern. Von einem Hang oder einem aufgeschütteten Hügel lässt man die Eier nach unten rollen. Durch ihre Form geraten sie ins Trudeln und bewegen sich auf nicht vorhersehbaren Routen. Wer mit seinem Ei ein anderes trifft, kann dieses einkassieren. Was heute ein Kinderspaß in vielen Dörfern Brandenburgs ist, galt früher als Fruchtbarkeitszauber für Wiesen und Äcker, da das Ei als Sinnbild von Wachstum und der Wiederkehr des Frühlings nach dem Winter galt. In der christlichen Sicht steht es als Symbol für die Auferstehung.

Das Osterreiten ist der bekannteste Brauch der katholischen Sorben in der Oberlausitz und wird vorwiegend in den Gemeinden zwischen Bautzen und Hoyerswerda (Sachsen) praktiziert. 1998 wurde das Osterreiten, das bis 1600 auch in der evangelischen Niederlausitz bekannt war, in Zerkwitz bei Lübbenau wieder belebt. Festlich gekleidete Reiter auf geschmückten Pferden tragen mit einem begrünten Kreuz und rot-weißen Kirchenfahnen die Botschaft der Auferstehung Christi in die Dörfer und verteilen kleine "Hoffnungssträußchen" an die Besucher, die die Straßen säumen.

Wenn sorbische Kinder am Ostermorgen ihre Paten besuchen, bekommen sie Eier und eine Ostersemmel geschenkt. In vielen Orten ist das Backwerk aus drei Strängen geflochten, die die Dreifaltigkeit symbolisieren.

Osterfeuer brennen in fast jedem brandenburgischen Dorf, teilweise schon an den Abenden des Gründonnertags (etwa in Senzig, Lindow oder Gransee), meist aber in der Nacht von Sonnabend zu Ostersonntag. Die "Altlasten" des Winters werden gesammelt und dem Feuer übergeben. Ob damit die Saaten vor bösen Geistern geschützt werden oder die persönlichen Sünden in Rauch aufgehen sollten - der Glaube an die reinigende Wirkung und den segenspendenden Schein der Flammen steht heutzutage nicht mehr im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Während die Osterfeuer meist fröhliche, laute Dorffeste sind, ist das "Osterwasser holen" eine stille, vorzugsweise private Angelegenheit. Junge Frauen gehen vor Sonnenaufgang zur Quelle, zum Fließ oder Brunnen, um das am Ostermorgen heilkräftige Wasser zu schöpfen. Dabei müssen sie schweigen, nur dann verleiht das Osterwasser Gesundheit und Schönheit. Auf dem Rückweg versuchen die Dorfburschen die Mädchen zu erschrecken und zum Reden zu bringen. Denn wenn sie sprechen, verwandelt sich das Wasser in wirkungsloses "Plapperwasser".
(Quelle: Berliner Morgenpost)

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