POLITIK: Die Heide als CDU-Kampfplatz
Ziele bei Neujahrsempfang bekräftigt
LINDOW - Lindows CDU-Chefin Heidrun Otto und Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau hatten im wahrsten Wortsinn alle Hände voll zu tun, um die rund 80 geladenen Gäste zu begrüßen, die sich gestern zum zweiten Neujahrsempfang der CDU-Stadtverbände Rheinsberg und Lindow im Sport- und Bildungszentrum der Dreiseenstadt eingefunden hatten.
Otto bekräftigte, den Neujahrsempfang zur Tradition werden zu lassen. „Die Verbindung zwischen den Menschen geht zu schnell verloren, dem wollen wir hiermit entgegenwirken.“ Es sei wichtig, dass Vertreter der Städte, Vereine und der Wirtschaft miteinander ins Gespräch kommen – und dies auch übergreifend zur Landes- und Bundesebene. „Die da oben“, das sei nicht das erklärte Ziel – Politik müsse sich von oben nach unten durchmischen. Auch daher waren Vertreter von Kreis-, Landes- und Bundesebene gekommen, allen voran die Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche, die Landesvorsitzende Saskia Ludwig und Kreischef Jan Redmann.
Jan-Pieter Rau verriet, dass er 2011 sehr viel lockerer zum Neujahrsempfang käme als 2010, da hätte er noch wegen der Rheinsberger Bürgermeisterwahl gezittert. Aber das sei ja nun Schnee von gestern und die Rheinsberger wären auch nach einem Jahr Amtszeit zufrieden mit ihrer Wahl, selbst wenn ihm die Arbeit durch die aufgetürmten Fehler der Vergangenheit mitunter schwer würde. Er wünsche sich eine Umkehr für die Politik, die immer alles so griesgrämig sehe – etwas heitere Gelassenheit sei angebracht, weil: „Wir sind die Besseren!“
Das meint auch Katherina Reiche. „Es kommt ja selten vor, dass jemand die CDU lobt, also müssen wir das selber machen.“ Sie sparte nicht mit Kritik an den anderen Parteien und bezog sich dabei unter anderem auf die Zukunft des einstigen Truppenübungsplatzes. Das Thema Kyritz-Ruppiner Heide griff auch Jan Redmann auf. Er verteidigte den Standpunkt der CDU, das Areal differenziert zu betrachten: Nicht alle Teile sollten – wie von anderen Parteien gefordert – vorschnell zu nationalem Naturerbe erklärt werden. Das würde eine wirtschaftliche Nutzung ausschließen und der Region die Chance zur zivilen Nutzung nehmen.
Reiche stimmte zu: „Wir sind interessiert an erneuerbaren Energien. Das nördliche Gebiet der Heide könnte im Bereich Wind- und Solarkraft eine Vorzeigeregion werden. Das wäre ein schönes und verantwortungsvolles Ziel.“ Ein vernünftiger Energie-Mix sei ohne Kernenergie aber nicht möglich. (Von Regine Buddeke)
Heidrun Otto, Katherina Reiche und Jan-Pieter Rau.