Frau Reiche, Sie kommen mit einem Scheck von über 5,7 Millionen Euro nach Cottbus – Geld für den Forschungsschwerpunkt Kohlenstoff. Eine beachtliche Summe – wer hat die locker gemacht?
Bundesforschungsministerin Schavan fördert in dem Programm „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern“ das Verbundprojekt „GeoEn“, das deutschlandweit zu den besten zählt. Damit wird der Aufbau einer soliden Forschungsplattform für nachhaltige Energieversorgung in Brandenburg gestärkt.
Warum hat Cottbus aber dann beim Wettbewerb um ein neues Bundesinstitut für die Ressourcenforschung verloren?
Das Konzept für Cottbus war gut durchdacht und überzeugend. Unterstützer wie Professor Krautz und Professor Hüttl mit ihren Wissenschaftlern, der Landtagsabgeordnete Professor Schierack, der Bundestagsabgeordnete Neumann, Oberbürgermeister Szymanski und Vertreter aus der Wirtschaft haben sich für die Ansiedlung stark gemacht. Allerdings hätte ich mir mehr Engagement und ernsthaftes Interesse der Landesregierung gewünscht. In Sachsen haben sich Ministerpräsident Stanislaw Tillich und die Landesregierung vehement für ihr dann siegreiches Projekt eingesetzt. Das hätte ich mir für Cottbus auch gewünscht.
In der Lausitz sieht es nicht gut aus mit außeruniversitären Forschungsaktivitäten.
Die 5,77 Millionen Euro Förderung sind die Bestätigung der erfolgreichen Forschungsarbeit in der Lausitz und in Potsdam. Ich sehe darin einen Ansatzpunkt für eine spätere Institutsgründung in Cottbus.
Wann kommt der Gesetzentwurf zur CCS-Technologie?
Der Gesetzesentwurf ist in der Abstimmung zwischen den beteiligten Ministerien. Ich erwarte eine rasche Einigung, damit die Klimaschutztechnologie CCS auch in Deutschland erprobt werden kann. CCS bietet eine neue Möglichkeit, Kohle klimafreundlich zu verstromen. Eine wichtige Zukunftsoption, auch für die Lausitz.
Katherina Reiche (Mitte), Prof. Michael Schierack MdL (2.v.r.) und Parl. Staatssekretär Helge Braun MdB (rechts)