Endlich ist der Winter vorbei! Das Ausharren im Nasskalten hat ein Ende. Die Sonne schickt ihre ersten Strahlen zu uns und nicht nur die Blumen freuen sich! Der Frühling ist da. Lesen Sie mehr zum Frühlingbeginn, Frühlingsfesten und Bräuchtümern.
Frühlingsbeginn
Der Frühlingsbeginn kann entweder astronomisch, also nach Lage der Erde zur Sonne, phänologisch nach dem Entwicklungsstadium der Pflanzen oder meteorologisch festgelegt werden.
Astronomisch beginnt er mit dem Frühlings-Äquinoktium:
* auf der Nordhalbkugel am 20. oder 21., in seltenen Fällen bereits am 19. März
* auf der Südhalbkugel am 22. oder 23. September
Mit dem astronomischen Sommerbeginn zur Sommersonnenwende am 21. Juni endet der Frühling gegenwärtig immer am gleichen Tag.
In der Meteorologie beginnt der Frühling immer am 1. März. Er wurde aus Gründen der einfacheren Statistikführung auf einen Monatsersten gelegt und ist (meteorologisch gesehen) – wie auch die drei anderen Jahreszeiten Sommer, Herbst und Winter – genau drei Monate lang. So können Jahreszeiten einfacher in „trocken“, „heiß“, „kalt“ etc. eingeteilt werden.
Bedeutung des Frühlings
Der Frühling steht für das Werden, das Entstehen neuen Lebens. Die Tage werden länger und milder, der Schnee schmilzt, die Wiesen werden grün und die ersten Blumen beginnen zu blühen. Die Vöglein zwitschern, überall entsteht neues Leben und die Menschen sind froh, daß der Winter, die kalte und dunkle Jahreszeit, endlich zu Ende ist. Die Menschen lechzen nach Licht, gehen spazieren, füllen die Straßencafès und genießen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen.
Mit der steigenden Lichtintensität werden vermehrt Serotonin und Dopamin ausgeschüttet (in zivilisierten Kulturen ist dies durch Kunstlicht und die damit beständig aufgenommene Lichtintensität nicht so intensiv spürbar wie bei Naturvölkern). Diese sorgen für ein allgemein besseres Befinden und bewirken eine leichte Euphorie.
Literarisches zum Frühling
* In der Literatur wird der Frühling oft mit Lenz bezeichnet.
Theodor Fontane schrieb zum Frühling:
„O schüttle ab den schweren Traum
und die lange Winterruh;
es wagt’s der alte Apfelbaum,
Herz, wag’s auch du!“
Frühlingsblumen
Wenn Eis und Schnee noch nicht ganz gegangen sind, zeigt sich, quasi als erster Frühlingsbote, das Schneeglöckchen. Andere Frühblüher, wie der Krokus, die Tulpe, die Frühlingsknotenblume, der Märzenbecher und die Narzisse - auch als Osterglocke bekannt - folgen.
Tulpen sind heutzutage die beliebtesten und meistverkauftesten Frühlungsblumen. Ob im Vorgarten, im Park, in der Anlage oder als Strauß in der Vase - Tulpen sind längst zum Synonym für den Frühling geworden. Tulpen holen den Frühling ins Haus und sorgen für Wohlbefinden.
Im letzten Drittel des Frühlings erfreuen wir uns an Maiglöckchen, Flieder und Pfingstrosen.
Die Frühjahrsmüdigkeit
Auch eine Begeliterscheinung des Frühlings: Viele Menschen erleben im Frühjahr das Gefühl einer allgemeinen Mattig- und Müdigkeit, die sog. Frühjahrsmüdigkeit. Das Gefühl kann mit erhöhtem Schlafbedarf einhergehen.
Damit nicht allein die Natur zu neuem Leben erwacht, müssen auch wir Menschen einiges tun, um die alljährlich grassierende Frühjahrsmüdigkeit zu bekämpfen. Gebraucht werden dazu Vitamine, Vital- und Nährstoffe, die neues Leben erwecken. Zusammen mit viel Bewegung im Freien - möglichst bei Tageslicht - und eine ausgewogene vitaminreiche Ernährung sowie viel Flüssigkeit, wie Kräutertee, Mineralwasser oder Fruchtsaft lassen sich die Lebensgeister aus dem Winterschlaf wachrütteln. Gegen die Kreislaufbeschwerden helfen morgendliche Wechselduschen (mit der kalten Dusche aufhören) und Gymnastikübungen.
Frühlingsfeste
Ist eine Sammelbezeichnung für sämtliche Fest- und Feiertage zwischen März und Juni. Frühlingsfeste gibt es in vielen Kulturen.
In vielen Kulturen ist das Frühlingsfest zugleich der Jahresbeginn - beispielsweise in allen Ländern Zentralasiens und im indischen Subkontinent. Das neue Jahr fällt laut chinesischem Kalender in den Frühling. Dieser Termin wird ausgiebig im Chinesischem Neujahrsfest gefeiert.
Auch im westlichen Kalender lag der Jahresbeginn ursprünglich im März, was man an den auf die lateinischen Zahlen zurückgehenden Monatsnamen September (septem = sieben), Oktober (octo = acht), November (novem = neun) Dezember (decem = zehn) noch heute ableiten kann.
Neben den christlichen Festen, wie Ostern und Pfingsten, stehen bei den meisten Frühlingsfesten vor allem die Vertreibung des Winters im Vordergrund.
Dabei spielen das Entzünden von Feuern, bspw. am Maitag, dem Folgetag der Walpurgisnacht oder bei den Osterfeuern, die Vernichtung einer den Winter versinnbildlichenden Gestalt aber auch besondere Fruchtbarkeitsbräuche, wie der Maibaum und "der Tanz in den Mai" eine große Rolle.
Auch in den christlichen Osterbräuchen findet man viele Elemente, die wie bei anderen Frühlingsfesten das Wiedererwachen der Natur und die Fruchtbarkeit symbolisieren, etwa blühende Zweige, Ostereier und Osterhasen.