Zur Diskussion um den Anbau von biotechnologisch optimierten Pflanzen erklärt die Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche MdB:
Gestern veröffentlichte die TU München in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Landwirtschaftsministerium Ergebnisse einer Langzeitstudie. Erneut hat sich die Unbedenklichkeit neuer Maissorten bestätigt: Die Milch von Kühen, die mit optimiertem Mais gefüttert wurden, ist nicht von der Milch konventionell gefütterter Tiere zu unterscheiden.
Der Feldzug der Grünen gegen biotechnologisch optimierte Pflanzen ist falsch und gefährlich. Die Vorbehalte der Grünen sind wissenschaftlich nicht haltbar, ja oftmals sogar mehrfach widerlegt. Die deutsche Forschung ist führend auf dem Gebiet der Pflanzen-Biotechnologie. Wir werden diese Position allerdings nur halten können, wenn die Anwendung dieser wissenschaftlichen Ergebnisse auch hierzulande in der Praxis genutzt werden können.
Selbst wenn Deutschland einmal mehr zu einer Sonderrolle gezwungen wird, nutzen andere Staaten weltweit offensiv und erfolgreich die Chancen und Vorteile, die die Pflanzen-Biotechnologie bietet. Weltweit haben im Jahr 2008 13 Millionen Landwirte in 25 Ländern modifizierte Pflanzen angebaut. Die weltweit verfügbaren Ackerflächen sind begrenzt. Deshalb sind ertragreiche Sorten wichtig, um den weltweiten Ernährungsbedarf zu decken. Pflanzen sollen zudem immer besser gegen Schädlingsbefall, Krankheiten und Klimastress geschützt werden. Heute verfügbare biotechnologisch optimierte Sorten für Mais, Soja, Raps und Baumwolle schützen gegen Insektenbefall, erleichtern die Unkrautkontrolle und liefern in vielen Fällen deutlich höhere Erträge als konventionelle Kulturen. Gentechnisch optimierte Pflanzen benötigen bis zu einem Drittel weniger Pflanzenschutzmittel. Forscher arbeiten auch an der
Entwicklung unterschiedlicher GV-Kulturen mit erhöhter Widerstandskraft gegen Trockenheit, Hitze oder Kälte. Die ersten trockenheitstoleranten Maissorten werden voraussichtlich 2012 auf den Markt kommen. In Feldversuchen brachten sie Ertragsvorteile von 8 bis 10 Prozent.
Auch in Deutschland wollen Landwirte biotechnologisch optimierte Sorten anbauen. Es gilt, sie zu unterstützen, nicht sie zu bedrohen, wie es leider von militanten Gentechnikgegnern immer wieder geschieht.