Das Potsdamer Edikt aus dem Jahre 1685 hat zum ersten Mal auf europäischem Boden die Toleranz gegenüber anderen Glaubensrichtungen und Religionen zur Staatsdoktrin erklärt. Für den brandenburgischen Kürfürsten Friedrich Wilhelm war dies ein Zeichen wahrhaft christlicher Gesinnung.
In Potsdam gehören heute 25.000 Bürgerinnen und Bürger der evangelischen Kirche und 5000 Bürgerinnen und Bürger der katholischen Kirche an. Potsdam zeichnet sich durch eine Vielfalt an Religionen aus. Zu ihnen zählen u. a. die französisch-reformierte und die russisch-orthodoxe Gemeinde. Nach den finsteren Jahren von Nationalsozialismus, Antisemitismus und Holocaust ist Potsdam auch wieder Heimstadt einer jüdischen Gemeinde.
Gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten suchen immer mehr Menschen Halt im Glauben. Politik und Gesellschaft müssen sich auf global verbindliche Werte und Maßstäbe verständigen. Dazu bedarf es des Dialogs auch zwischen den Religionen: Wir benötigen eine Kultur, die Menschen zu einem solidarischen und verantwortungsvollen Miteinander befähigt. Diese Gesinnung zu stärken, kann eine Aufgabe der Religionen sein. Wenn die Welt von morgen nicht verstrickt sein soll in den Kampf um religiöse und kulturelle Dominanz, braucht sie eine lebendige demokratische Vielfalt und Toleranz - braucht sie ein Ethos, das auf Verständigung, Ausgleich und Befriedung orientiert ist.
Die katholische und die evangelische Kirche engagieren sich in Potsdam im hohen Maße im Bildungsbereich und bereichern damit auch das Bildungsangebot in Potsdam.
Als Partei mit dem „C“ im Namen ist uns der Dialog mit den beiden großen Kirchen von besonderer Wichtigkeit. Unsere Politik basiert auf dem christlichen Menschenbild.
Ich freue mich sehr, dass der Diakon des Katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul, Herr Professor Dr. Sebastian Ev. Hafner und der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Potsdam, Herr Dr. Joachim Zehner, meine Einladung angenommen haben, um gemeinsam mit Ihnen das Thema: “Glauben und Religion in Potsdam- Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, am 05. Mai 2009, um 18.30 Uhr im Resturant Le Manége in Potsdam zu diskutieren.
Über die Annahme meiner Einladung würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Katherina Reiche