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26.02.2010 | Am Sonntag sind Bürgermeister- und Landratswahlen

Rabbiner Prof. Homolka über Judentum in Potsdam

Veranstaltungsreihe Mein Potsdam

Was wenige wissen: Brandenburg spielt eine wichtige Rolle für das jüdische Leben in Deutschland. An der Universität Potsdam belegen 400 Studenten das Fach jüdische Studien. Die Uni ist damit die „die größte Forschungsstätte für jüdische Studien in Deutschland“, erklärte Prof. Walter Homolka am Donnerstagabend bei der Veranstaltung „Mein Potsdam - Im Dialog der Religionen“, zu der Potsdams CDU-Chefin Katherina Reiche in den Kutschstall geladen hatte. Gleichsam, so Homolka, ist das Abraham Geiger Kolleg, dessen Rektor Homolka ist, „die wichtigste Rabbiner-Ausbildungsstätte in Deutschland“. Ein Absolvent werde der künftige Landesrabbiner von Thüringen sein; ein anderer wurde als Rabbiner von Kapstadt ordiniert. Bedarf für die jüdischen Geistlichen gebe es genug; allein die 120 jüdischen Gemeinden in Deutschland würden von nur 30 Rabbinern betreut. Einige von ihnen hätten längst das 80. Lebensjahr erreicht. „Bei uns arbeiten Rabbiner bis zum Umfallen“, so der gut aufgelegte Homolka.

Brandenburg, so der Theologe, habe gute und schlechte Vorzeichen für eine Rückkehr des jüdischen Lebens. Das 1664 von Kurfürst Friedrich Wilhelm I. erlassene Toleranzedikt sowie die Ansiedlung der Hugenotten böten einen positiven Referenzrahmen, so Homolka. Aber da sei auch der Ort der Wannseekonferenz und die militaristische Tradition. Homolka erinnerte daran, dass Juden in Preußen nur geduldet wurden, „weil sie nützlich waren“. Juden wurden etwa zwangsverpflichtet, Geschirr der Königlich-Preußischen Porzellan-Manufaktur (KPM) zu kaufen, um diese am Leben zu halten: Manche bekamen für ihr Geld „fünf Saucieren, aber keine Teller“.

Die jüdischen Gemeinden in Deutschland sind dem liberalen Rabbiner zufolge „noch nicht überm Berg“. Sie seien auf Hilfe angewiesen. Ohne das Engagement der öffentlichen Hand und von Helfern wie Horst Mentrup vom Synagogen-Bauverein „wäre ein Synagogenbau in Potsdam nicht möglich“, so das Vorstandsmitglied der Weltunion für Progressives Judentum. In der Diskussion stellte sich Homolka der Frage der Missionarstätigkeit: Die Juden hätten da keine große Tradition. Homolka: „Es ist kein Privileg, Jude zu sein.“ Während ein Nicht-Jude sieben Gebote einhalten muss, seien es bei den Juden 613. Man wäre „ein Kamikaze-Flieger“, seine Chance auf ein gottgetreues Leben freiwillig derart zu minimieren. Juden in Deutschland zum Christentum überreden zu wollen, wäre für Homolka dagegen „ein Angriff auf die Überlebensfähigkeit der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland“ und „prekär vor dem Hintergrund der enormen Verluste“ im Holocaust.

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