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Deutschland im WM-Fieber 
18.06.2010 | schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer

Stromkunden nicht belasten

Interview mit den Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 4.06.2010

Frau Reiche, rechnen Sie damit, dass die ab 1. Juli geplanten Kürzungen der Solarförderung den Bundesrat passieren, wie sie der Bundestag beschlossen hat?

Die Anpassungen waren dringend notwendig. Im vergangenen Jahr hat sich der Weltmarkt bei der Photovoltaik zu zwei Dritteln in Deutschland abgespielt. Ich setze darauf, dass der Bundesrat die notwendigen Anpassungen mitträgt, damit die Stromkunden nicht übermäßig belastet werden und sich die Unternehmen weiterhin gesund entwickeln können. Allein, dass die Kürzungen nicht, wie geplant zum 1. April eingeführt wurden, führt zu einer Mehrbelastung der Verbraucher in den kommenden 20 Jahren um 60 bis 80 Milliarden Euro.


Wirtschaft und Wissenschaft halten ein Rückgang um 16 Prozent für Dachanlagen für zu viel. Die Länder bieten nach wie vor zehn Prozent an. Warum reicht das der Bundesregierung nicht?


Die Einspeisevergütung war ja mehr als Anreiz für Investoren gedacht und nicht in erster Linie als Förderung für die Unternehmen. In den Gesprächen mit den Firmen hat sich gezeigt, dass das Interesse der Geldgeber an Solaranlagen ungebrochen hoch ist. Darauf sind unter anderem auch Investitionsabsichten zurückzuführen, wie sie jüngst First Solar bekannt gegeben hat.

Durch die geplanten Kürzungen werde die deutsche Solarindustrie massiv geschwächt, warnt der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW). Warum ist das ihrer Meinung nach nicht so?

Weil wir zusätzlich 100 Millionen Euro in die Solarforschung investieren. Dadurch schaffen wir die Grundlage für den nächsten Innovationsschritt. Wir wollen, dass Deutschland im Bereich Forschung und Entwicklung weltweit Spitze ist. Der Bundesverband tut seinen Mitgliedsunternehmen keinen Gefallen damit, ständig den Weltuntergang zu predigen.

Das Land Brandenburg hat in der Solarforschung nicht viel zu bieten. Ist der Vorsprung anderer deutscher Regionen noch aufzuholen?

Es ist an der Zeit, dass sich das Land Gedanken macht, wie es den Unternehmen Forschungsleistungen anbieten kann. Die rot-rote Landesregierung muss ein Konzept vorlegen. Es lohnt allerdings nicht, andere Konzepte zu kopieren. Die Zeit drängt, weil die Konkurrenz sehr aktiv ist.

Sind brandenburgische Solarfirmen durch dieses Defizit perspektivisch benachteiligt?

Die Unternehmen sind auch selbst dafür verantwortlich, ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu organisieren. Aber da sich das Land Brandenburg seiner Ansiedlungen zu recht rühmt, sollte es auch Grundlagenforschung besser unterstützen und dabei innovative Wege gehen. Einrichtungen, wie die Max Plank- oder Fraunhofer-Institute müssten besser vernetzt werden. Die Landesregierung muss endlich aktiv werden.

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