Eltern im Norden klagen der CDU ihr Leid
POTSDAM / BORNSTEDTER FELD - Das Problem ist bekannt, dennoch konnte beim „Hearing der CDU“ zum Thema Bildung in Potsdams Norden der Eindruck aufkommen, dass es der Politik am Problembewusstsein mangelt. Die Oberbürgermeisterkandidatin der Christdemokraten, Barbara Richstein, hatte am Dienstagabend zu einer Gesprächsrunde ins Café am Park eingeladen, um sich über die Schwierigkeiten mit fehlenden Kitaplätzen und aus den Nähten platzenden Grundschulen zu informieren.
Ein knappes Dutzend Bürger nutzte die Gelegenheit, der Landtagsabgeordneten darzulegen, wo der Schuh drückt. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Die Karl-Förster-Grundschule geht im September sechszügig an den Start und ist mit über 700 Schülern eine der größten Grundschulen Brandenburgs. Die Entscheidung für den Schulneubau an der Pappelallee sei viel zu spät gefallen, mittlerweile platzen auch die Horte aus allen Nähten. Konzeptionell arbeiten könne man schon lange nicht mehr, Förderunterricht finde nur noch eingeschränkt statt, erklärte der Vorsitzende der Schulkonferenz, Daniel Wolkenstein. Bald müsse außerdem eine Entscheidung für eine weiterführende Schule getroffen werden, drängte eine Mutter zweier Töchter. „Es wäre blauäugig, zu warten. Über 150 Kinder wurden in diesem Jahr eingeschult, wenn davon die Hälfte an ein Gymnasium will, ist das eine ganze Schule“. Seine Tochter verbringe die gesamte Grundschulzeit in einer Übergangslösung, so Wolkenstein. Überfüllte Klassenräume und seit drei Jahren eine kommissarische Schulleiterin seien nicht hinnehmbar. Die zeitaufwändige Suche nach einem Kitaplatz beschrieb ein aus Kreuzberg zugezogener Vater. Es müsste eine Regelung gefunden werden, bei der man sich nicht an zehn Kitas gleichzeitig anmelden muss, um am Ende einen Platz zu bekommen. Richstein versprach, sich der Sachen anzunehmen, konnte aber auch keine konkreten Zusagen machen. Sie werde sich dafür einsetzen, dass die weiterführende Schule vor 2014 gebaut wird. Wolkenstein forderte, die Schulentwicklungsplanung zu überprüfen. „Wir sollten es uns aber auch leisten können, nicht nur über Kapazitäten, sondern auch über inhaltliche Ausgestaltung und Profile zu diskutieren“, ergänzte Richstein.