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09.07.2010 | Sommerzeit in Brandenburg

Trotz Kürzung: Rendite des Sonnenstroms bleibt zweistellig

Handelsblatt vom 8.07.2010

Mit der Sonne lässt sich weiterhin viel Geld verdienen, denn trotz der sich abzeichnenden Kürzungen bleiben Solaranlagen ein gutes Investment – Renditen zwischen 13,6 und 17,5 Prozent winken auch in Zukunft. Die Zeche dafür zahlen alle. In der Industrie regt sich Widerstand.

BERLIN. Die auf Druck der Länder vereinbarten Änderungen bei der Vergütung von Solarstrom lösen innerhalb der Regierungsfraktionen und in der Wirtschaft Kopfschütteln aus. „Eigentlich ist das nicht zu vertreten. Aber wir müssen jetzt wohl mit diesem Kompromiss leben“, sagte Thomas Bareiß (CDU), energiepolitischer Koordinator der Unionsfraktion, dem Handelsblatt. Angesichts der exorbitanten Zubauraten bei der Photovoltaik komme man spätestens in zwei Jahren an einen Punkt, an dem man die Notbremse ziehen müsse, sagte Bareiß.

Insbesondere ostdeutsche Länder mit starker Solarindustrie hatten sich in den vergangenen Monaten dafür eingesetzt, die von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vorgeschlagenen Einschnitte bei der Photovoltaikförderung abzumildern. Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat verständigte sich am Montagabend auf einen Kompromiss. So sollen die Kürzungen der Einspeisevergütungen für Dachanlagen rückwirkend ab Juli zunächst nur 13 statt der geplanten 16 Prozent betragen. Für Anlagen auf Konversionsflächen, etwa ehemaligen Mülldeponien oder Militärflächen, sollen die Vergütungen ab Juli zunächst nur um acht statt um elf Prozent sinken und ebenfalls erst im Oktober den von Röttgen angepeilten Wert von elf Prozent erreichen.

Alle Verbraucher zahlen

Die Vergütungen sind Bestandteile des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Es garantiert für jede Kilowattstunde Strom, die aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse oder Geothermie gewonnen wird, Einspeisevergütungen, die teilweise deutlich über den Marktpreisen für konventionell erzeugten Strom liegen. Die Vergütungssätze werden für jede Anlage für 20 Jahre festgeschrieben. Die Kosten werden auf alle Verbraucher umgelegt.

„Die Verschiebung der ursprünglich geplanten Kürzung wird einen Run auf Photovoltaikanlagen auslösen, weil die Investoren sich die höheren Vergütungen noch schnell für 20 Jahren sichern wollen“, kritisierte Annette Loske, Hauptgeschäftsführerin des VIK, der Interessenvertretung der industriellen und gewerblichen Energiekunden. Schon Röttgens Kürzungspläne seien nur ein Minimalkompromiss gewesen. Die Mitglieder des VIK stehen für etwa 80 Prozent des industriellen Energieeinsatzes in Deutschland.

EEG-Umlage explodiert

Während Privatkunden nur mit wenigen Euro je Monat an der EEG-Umlage beteiligt werden, entwickeln sich die durch die EEG-Förderung ausgelösten Zusatzkosten für Großverbraucher zu einer enormen Kostenlast. Während die EEG-Umlage im Jahr 2006 bei 6,31 Euro je Megawattstunde lag und der Strom-Börsenpreis für eine Megawattstunde rund 41 Euro betrug, wird die Umlage 2012 einer Prognose des VIK zufolge bei 42,50 Euro liegen und die Megawattstunde Strom an der Börse gut 53 Euro kosten.

Einer der Hauptkostentreiber ist dabei die Photovoltaik. Wegen der attraktiven Einspeisevergütungen steigt Jahr für Jahr die Zahl der neu installierten Anlagen stärker als prognostiziert. Trotz der sich abzeichnenden Kürzungen bleiben Solaranlagen ein gutes Investment. Aus internen Berechnungen der Bundesregierung, die dem Handelsblatt vorliegen, geht hervor, dass sich mit einer Dachanlage selbst bei einer Kürzung der Vergütung um 16 Prozent bei einem Eigenkapitalanteil von zehn Prozent je nach Anlagengröße Renditen zwischen 13,6 und 17,5 Prozent erwirtschaften lassen.

Die hohen Renditen sind aus Sicht vieler Politiker nicht zu vertreten. Der Ausbau der erneuerbaren Energien dürfe „nicht auf den Ausbau der Renditen einiger weniger reduziert werden“, sagte Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, dem Handelsblatt. Das Ministerium habe daher mit seinem ursprünglichen Entwurf richtig gelegen.

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